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26 May, 2006 - Staffelmarathon
Vier BSV-Staffeln und fünf stolze Pokalsiegerinnen
Den meisten Hamburgern ist das schöne Alstertal als Ausflugsziel für gemütliche Sonntagsspaziergänge bekannt. Am 17. Oktober 2004 wird sich mancher Wanderer gewundert haben, als bereits in den frühen Morgenstunden Hunderte von Läufern den idyllischen Weg entlang hetzten. Sie waren Teilnehmerinnen und Teilnehmer am PSD Alstermarathon, eines beliebten Wettkampfes, den das „Laufwerk“ alljährlich veranstaltet. Start und Ziel des Marathons ist die Jahnkampfbahn im Stadtpark. Das besondere an diesem Wettkampf ist der Staffellauf. Dabei wird die Marathonstrecke von 42,195 Kilometern auf fünf Personen aufgeteilt. Im Jahr 2004 hatte der BSV vier Staffeln gemeldet, eine Damen-, eine Herren- und zwei gemischte Staffeln. Es war keine leichte Aufgabe, zwanzig Athletinnen und Athleten verbindlich zu melden und die Staffeln optimal aufzustellen. Bis zur letzten Minute musste Ersatz für verletze und erkrankte Läufer gefunden werden. Diese Aufgabe meisterten Andrea und Giacomo Morelli mit bewundernswertem Geschick und Ausdauer. Als der Startschuss nahte, waren alle Staffeln vollzählig. Wir wünschten uns viel Glück, und bis auf die Startläufer wurden alle Sportler per Bus an ihre Wechselstellen gefahren. Wir Läuferinnen und Läufer des BSV mussten uns einer starken Konkurrenz von 130 Staffeln stellen. Zusätzlich gab es 340 Einzelläufer, so dass es bereits am Start zu einem erheblichen Gedränge kam. Durch die Erfahrungen des Vorjahres und unseren starken Saisonergebnissen malten wir uns gute Plazierungen aus. Zu unseren Favoritinnen zählte die Frauenstaffel, die mit fünf erfahrenen Athletinnen an den Start ging. Nach sieben Kilometern erfolgte auf Höhe des Kanuclubs Alstertal der erste Wechsel. Doch das Feld war zu unübersichtlich, um bereits eine Prognose zu stellen. Deutlich wurde aber bereits hier, dass es nur wenige Athletinnen gab, die vor der BSV-Frauenstaffel gewechselt hatten. Doch niemand wußte, ob es sich um schnelle Einzelstarterinnen handelte oder um Läuferinnen einer gemischten Staffel. Die Spannung blieb bis zum letzten Wechsel, als die Schlußläuferin des BSV den Stab von ihrer Vorgängerin übernahm. Sie stand vor der schweren Aufgabe, sich auf den letzten neun Kilometern von keiner Frau überholen zu lassen. Die BSV-Herrenstaffel war bereits im Ziel, und der Schlußläufer Uwe Brücker ließ es sich nicht nehmen, unsere Schlußläuferin Beate Becker-Ziaja auf der Stadionrunde der Jahnkampfbahn unter dem Applaus der Zuschauer lautstark ins Ziel zu treiben. Am Ende gab es keinen Zweifel mehr. Das Frauenteam mit den Läuferinnen Bruni Prasske, Vivica Grünsfelder, Anne Hegerfeld, Ulrike Kirchner und Beate Becker-Ziaja hatte sich gegen eine starke Konkurrenz aus ganz Norddeutschland behauptet und den Sieg errungen. Mit einer Zeit von 3:13:05 Std. konnten sie unter den erstaunten Blicken der Zweit- und Drittplatzierten einen beeindruckenden Siegerpokal in Empfang nehmen. Das bunt gekleidete Team der BSV-lerinnen setzte sich auch farblich deutlich von den einheitlichen Trikots der Rivalinnen ab. Die drei weiteren Staffeln des BSV erreichten allesamt gute Platzierungen unter den ersten zwanzig in ihrer jeweiligen Kategorie. Die Herren-Mannschaft wurde mit 3:02:15 Std 14. in der Herren-Wertung und unsere beiden Mix-Staffeln wurden mit 3:12:55 Std und 3:34:15 Std 5. und 20. in der Mixed-Wertung. Doch das Schönste an diesem Tag war das gemeinsame Erleben eines sportlichen Wettkampfs, der allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht hat. Die Meisten von uns sind sicher schneller gelaufen, als sie es als Einzelstarter geschafft hätten. Für die Staffel hat sich jeder mit Freude zu besonderen Leistungen motivieren können. Die gemeinsame Feier bei unserem Lieblingsitaliener Carmelo wollte kein Ende nehmen, und fünf stolze Pokalsiegerinnen mochten sich kaum von ihrer Trophäe trennen. Für das Jahr 2005 steht natürlich die Verteidigung des Pokals an, die Staffel findet am Sonntag den 16.10. ab 9 Uhr im schönen Alstertal statt. Zuschauer sind herzlich willkommen 2 May, 2006 - Marathon Laufbericht
Laufbericht Hamburg Marathon 2005
Mein erster Marathon. Ich bin gut vorbereitet, aber natürlich unsicher, was nach Kilometer 30 kommen wird. Denn weiter bin ich im Training nie gelaufen. Und auch natürlich nicht so schnell. Im Vorfeld habe ich mir immer wieder überlegt, wie schnell ich laufen will. 4:20h ist dann als anvisierte Zielzeit dabei rausgekommen, das macht 6:10 Minuten pro Kilometer. Um 9:15 Uhr ging es dann auch für meinen Startblock an den Start. Irgendwie erinnerte mich das an den Ausspruch „Schickt den Rest rein“, weil wir der letzte Start waren. Ich habe nur vergessen, aus welchem Film dieser Spruch stammt. Aber lassen wir das. Bei noch im Schatten recht kühlem Wetter starteten wir in Richtung Westen, der Reeperbahn, Ottensen und Altona entgegen. Dort war die Strecke relativ schmal, so dass man das ein oder andere Mal etwas ausgebremst wurde. Wahrscheinlich hat das aber auch bei manchem verhindert, den Marathon zu schnell anzugehen. Ich habe die ersten beiden Kilometer in gemütlichen 6:45 absolviert, mehr war wegen des Gedränges auch nicht möglich. Die Reeperbahn war voll von Zuschauern, hier kam zum ersten Mal Stimmung auf. Ein erhebenes Gefühl, von den Zuschauer angefeuert zu werden. Und das war erst der Anfang. In Ottensen, meinem Stadtteil, hatten Zuschauer im ersten Stock laut die Musik aufgedreht und machten Stimmung. Unglaublich wie das motivieren kann, ein Volksfest. Die ersten Kilometer bin ich etwas langsamer angegangen als die angestrebten 6:10min. Ehe man sich versah, kam auch schon die erste Verpflegungsstelle bei Kilometer 5 auf der Bernadottestraße – einer meiner Hausstrecken. Während ich im Vorfeld immer überlegt hatte, meinen eigenen Trinkgurt mitzunehmen, war ich jetzt froh, ihn zuhause gelassen zu haben. Trotz eines noch sehr gedrängten Feldes war es für mich kein Problem, Wasser zu ergattern und im Laufen zu trinken. Ich habe jeden einzelnen Wasserstand auf der gesamten Distanz mitgenommen und nie ernsthafte Probleme gehabt, im Laufen etwas zu erwischen. Die Helfer und die allgemeine Marathon-Organisation waren einfach perfekt. Ein großes Lob und vielen Dank dafür! Dann bin ich dem „Laufclub Duisburg“ das erste Mal begegnet. Das Tempo kam mir gelegen, auf Nachfrage strebten sie eine um die 4:15 an. Ich wollte mich eigentlich ihnen anschließen, leider habe sie dann auf der Elbchaussee das Tempo erhöht, um Zeit aus der Anfangsphase wieder gut zu machen. Aber 5:45min waren mir definitiv zu schnell, so daß ich sie ziehen lassen habe. Bis Kilometer 30 habe ich sie allerdings immer wieder gesehen. Das Wetter wurde immer wärmer und mittlerweile waren auch ein T-Shirt und eine kurze Hose mehr als ausreichend. Die armen Mitläufer, die in langer Hose und Jacke angetreten sind. Es sollte noch wärmer werden! Ich war zufrieden mit meiner Kleidungswahl: Kurze Hose und dünnes langärmeliges Oberteil. Es läuft gut, die Kilometer „fliegen“ an mir vorbei. Ehe ich mich versah, waren wir auch schon bei Kilometer 10 auf der Palmaille. 1:01:57 standen auf der Uhr, ich war voll im 4:20-Plan und hatte die langsamen Anfangskilometer wieder herausgeholt. Weiter ging es runter zum Fischmarkt, da konnte man es richtig laufen lassen, ohne sich anzustrengen. Ferne konnte ich meinen ersten Müsliriegel verspeisen. Vom Fischmarkt bis zu den Landungsbrücken war es unglaublich voll am Streckenrand und die Stimmung war fantastisch. Eine tolle Kulisse. Besonders gefallen haben mir die vier spanischen Mädels auf dem Balkon, die zu Salsa-Ryhtmen getanzt haben. Sehr motivierend :-). Weiter ging es zum Hauptbahnhof durch den Tunnel. Hier liefen die La-Ola-Wellen durch die Läuferreihen und alle hatten Spaß. Das Feld hat sich selbst auch ohne Zuschauer gefeiert. Am Jungfernstieg und der Binnenalster war wieder viel los, die Zuschauer allerdings sehr zurückhaltend. Schade! Erst nach der Kennedybrücke an der Außenalster wurde es wieder etwas stimmungsvoller. Dann kam auch schon die Halbmarathon-Markierung bei 2:02:06, ich war voll im Plan. Leider kamen meine ersten Probleme auf. Leichte Magenschmerzen haben mich etwas geärgert. Jetzt hätte ich etwas Basica gut vertragen, aber hatte nichts dabei. Habe ich etwa zuviel getrunken? Den nächsten Müsliriegel lasse ich erstmal weg, bis das mit dem Magen besser wird. Bis Kilometer 25 war die Anstrengung noch leicht wegzustecken und es lief sich locker-leicht, aber dann wurde es etwas schwerer. Das Umfeld in der langweiligen und sehr leeren City-Nord und in Ohlsdorf waren leider auch nicht sehr motivierend, so dass es mir schwer viel, mein erstes Zwischentief zu überwinden. Trotzdem ging es bis Kilometer 30 eigentlich ganz gut, die ich mit einer Zeit von 3:03:27 passiert habe. Auch hier voll im Plan. Von Kilometer 30 bis 35 habe ich leider immer wieder Seitenstiche bekommen, die lästig waren und mich langsamer laufen ließen. Meine Zwischenzeiten sanken von ca. 6:10 auf 6:35. War das schon der Mann mit dem Hammer? Etwas früh für meinen Geschmack. Bei einer Wasserstelle habe ich mir wegen der Seitenstiche eine kurze Gehpause gegönnt, um in Ruhe zu trinken. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, überhaupt nicht zu gehen, weil ich Angst davor hatte, nicht wieder in Gang zu kommen. Aber ich kam relativ problemlos wieder in Schwung. Die Beine wurden allerdings immer schwerer. Kurz vor Kilometer 35 habe ich dann Regine und Daniel auf der Alsterkrugchaussee getroffen, die mich ordentlich angefeuert haben. Das motiviert, vielen Dank! Ferner habe ich angefangen, die verbleibenden Kilometer runter zu zählen. Auch auf der Alsterkrugchaussee habe ich irgendwo etwas laute HipHop-Musik (Söhne Mannheims?) gehört, die mich kurze Zeit die Anstrengung vergessen lassen haben. Generell konnte man bei lauter Musik und/oder lauten Zuschauern wirklich etwas Motivation und Kraft nachtanken und die Strapazen für kurze Zeit komplett vergessen. Das macht auf jeden Fall etwas aus. Für die restliche Strecke ab Kilometer 35 hätte ich eigentlich dauerhaft o.g. Motivationshilfen gebraucht. Es kamen wieder etwas Seitenstiche auf und meine Beine wurde schweeeeeeeeeeeeer. Meine Kilometerzeiten sind ganz schnell auf über 7:00 gestiegen und ab Kilometer 38 bin ich nur noch auf dem Zahnfleisch gelaufen. Irgendwo dort habe ich auch Kerstin und Ulli getroffen. Danke an die Schamber-Sisters für die Anfeuerung! Eine weitere kurze Gehpause mußte ich wegen muskulärer Probleme und Seitenstiche nach einem Versorgungsstand einlegen. Aber auch danach bin ich relativ gut wieder in Gang gekommen, die Pause hat mir gut getan. Ich habe ja schon vor dem Marathon damit gerechnet, dass es ab Kilometer 30 schwierig wird. Aber das es so schwer werden würde, hätte ich dann doch nicht gedacht. Das muß man wohl selbst erleben. Die Kilometer ab 38 zog sich endlos in die Länge und die Kilometermarkierungen waren unendlich weit auseinander gezogen. Der Durchschnittspuls ging zwar runter, die Beine waren aber unendlich schwer und verhärtet. Glücklicherweise haben sich keine Krämpfe angekündigt, so dass ich eben „einfach“ die Zähne aufeinander beißen mußte. Die Zwischenzeiten waren ab Kilometer 36 konstant über 7:00 und die Zielzeit von 4:20 mußte ich spätestens da abhaken. Also habe ich mir das Ersatzziel von unter 4:30 gesetzt und habe versucht, nicht völlig einzubrechen und vor allen Dingen nicht zu gehen. Bei der 40km-Markierung war ich bei einer Zeit von 4:12:19, die letzten Kilometer bin ich doch deutlich eingebrochen und habe 1:08:51 für die letzten 10 Kilometer gebraucht. Ab Kilometer 35 gab es sehr viele Geher. Habe ich bis Kilometer 30 noch viele Läufer überholt, wurde ich ab Kilometer 35 von ganzen Scharen von Läufern überholt. Soviel also zu meiner konstanten Renngestaltung :-). Der Gorch-Fock- und Holsten-Wall mit seinen Steigungen hat mir dann den Rest gegeben und zog sich scheinbar unendlich in die Länge, aber das Ziel war greifbar nah. Ich hielt immer wieder nach der scharfen Rechtskurve Ausschau, die nach langer Zeit auch kam. Ab da wußte ich, das Ziel ist nahe. Helly und Pauli haben mich auf dem Endspurt dann nochmal motiviert. Als das Ziel in Sicht war, war ich überglücklich. Ein kleiner „Endspurt“ war auch noch drin. Kurz vor dem Ziel habe ich noch Sandra gesehen, die mir gratuliert hat. Und da war es erreicht, nach 4:28:38 war ich im Ziel. In den ersten zwei Minuten nach dem Zieleinlauf war ich völlig erledigt und mußte mich erst einmal auf der Absperrung abstützen. Aber danach konnte ich mich unglaublich freuen, meinen ersten Marathon geschafft zu haben. Stolz habe ich die Medaille in Empfang genommen und immer wieder die Arme in die Luft gestreckt. Unendlich durstig habe ich mich zum Verpflegungsbereich aufgemacht. Dort habe ich bestimmt zwei Liter Flüssigkeit und Unmengen von Bananen, Äpfeln und Müsliriegeln gegessen und mich erst einmal umgezogen. GESCHAFFT! Mein erster Marathon lag hinter mir. Ich werde ihn äußerst positiv in Erinnerung behalten! Die Organisation und das Wetter waren einfach perfekt. Und auf meine Leistung bin ich auch stolz! 2 May, 2006 - Wir sind auch der BSV 19!
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